4. Dezember, 2017

Waldohreule gerettet!

Nicht immer kommt eine Eule ohne ernste Verletzungen von einem Autounfall davon. Der Aufprall kann sowohl bei dem Fahrzeug, als auch bei der Eule, Spuren hinterlassen. So auch in diesem Fall.

Die Dämmerung setzte zwar schon ein, trotzdem entdeckten unsere wachsamen Augen am Rande des Radweges zwischen Rück und Eschau eine kleine verletzte Eule. Ihr dichtes Gefieder schimmerte samtig und sie war fast nicht zu sehen. Sie saß schon ziemlich geschwächt, halb im Gestrüpp halb auf der Wiese. Sie schien sich nur noch schwer alleine aufrecht halten zu können und  zog schmerzhaft ein Bein an. Wir haben uns sofort vorsichtig genähert, um sie nicht noch mehr zu verängstigen. Die Eule ließ sich vollkommen ohne jede Gegenwehr hochnehmen. Jetzt sahen wir auch, warum sie in so einem schlechten Zustand war. Ihr linkes Bein war mindestens 3x mal so dick wie das rechte und die Zehen bewegten sich nicht mehr, wahrscheinlich vor Schmerzen. So konnten wir sie auf keinen Fall liegen lassen. Wir wickelten die kleine Eule in eine unserer Jacken und liefen Richtung Himmelthal. Unterwegs nahmen wir telefonisch über unseren Tierarzt Kontakt zu einem Greifvogelexperten auf und vereinbarten, ihm das verletzte Tier sofort vorbei zu bringen. Nach einer kurzen aufregenden Fahrt mit unserem süßen Fundtier zur Falknerei-Ronneburg konnten wir den kleinen Raubvogel endlich in fachkundige Hände übergeben. Herr Reinhart sagte uns, es wäre ein kleiner Waldohreulenjunge, der vermutlich angefahren wurde. Der Fundort in der Nähe der Straße spreche auch dafür. Aber er erkannte auch sofort, dass das Bein wahrscheinlich nicht gebrochen sondern nur geprellt ist aber auch das Flügel, Schnabel und der Rest des Tieres zum Glück unverletzt sind. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, wird er die Eule noch röntgen müssen und anschließend raubvogelgerecht behandeln. Was er auch tat. Circa 10 Tage später erhielten wir eine Email von Herr Reinhart, dass es unserer kleinen Waldohreule wieder gut gehe, und er sie heute bei sich im Wald wieder frei gelassen hat. Nach 10 langen Tagen der Ungewissheit, konnten wir endlich wieder aufatmen und sind seitdem noch aufmerksamer bei unseren Spaziergängen in der Natur.

 

Monique Petzold (Erzieherin in der SchuZ-Wohngruppe)